Wo die Produktionslogistik liegt
Produktionslogistik bezeichnet die Logistikprozesse innerhalb eines produzierenden Unternehmens. Sie beginnt dort, wo die Beschaffung endet — bei der Anlieferung — und endet dort, wo die Distribution beginnt. Dazwischen liegt alles, was Material und Information zwischen Wareneingang, Fertigung, Montage und Versand bewegt.
VDI 3600 betrachtet diese Prozesse ausdrücklich am Beispiel der Automobilindustrie. Die Gliederung lässt sich übertragen, die Beispiele sind branchengebunden.
Die Teilprozesse
Die Richtlinie ordnet die Logistikprozesse zunächst in das Gesamtunternehmen ein und gliedert sie dann in Teilprozesse:
- Logistikprozess für Endprodukte — im Beispiel der Richtlinie das fertige Fahrzeug.
- Logistikprozess für die Produktion im Verbund — die Versorgung mehrerer Werke, die gemeinsam an einem Produkt arbeiten.
- Logistikprozess für Komponenten und Teile samt dem Materialversorgungsprozess beim Empfänger.
Die letzte Unterscheidung ist die aufschlussreichste: Die Richtlinie führt den Versorgungsprozess beim Empfänger als eigenen Prozess. Wer Produktionslogistik nur bis zur Werksgrenze denkt, plant die Hälfte — die andere Hälfte entscheidet sich an der Verbrauchsstelle.
Abgrenzung und Nachbarbegriffe
Von der Produktionslogistik zu unterscheiden sind die vorgelagerte Beschaffung und die nachgelagerte Distribution. Innerhalb der Produktionslogistik liegen die Materialbereitstellung an der Verbrauchsstelle, die Produktionsplanung und -steuerung als informatorische Seite sowie der innerbetriebliche Materialfluss.
Beratungsleistungen zu Versorgung, Bestand und Materialfluss beschreibt die Seite Logistikberatung.
Produktionslogistik in der Praxis: Die passenden Planungs- und Beratungsansätze bündelt unsere Leistungsübersicht.