Leistung

Materialflussanalyse, Simulation und Optimierung

Wir analysieren reale Materialflüsse, sichern komplexe Entscheidungen durch Simulation ab und entwickeln umsetzbare Verbesserungen für Prozesse, Layout und Technik.

Kurzantwort

Bross Consulting verbindet Materialflussanalyse, Materialflusssimulation und Materialflussoptimierung in einer durchgängigen Leistung: Zuerst werden Mengen, Wege, Bestände und Engpässe transparent; bei dynamischen Fragestellungen werden Szenarien simuliert; daraus entstehen bewertete Prozess-, Layout- und Technikmaßnahmen mit Umsetzungsroadmap.

Materialflüsse analysieren: Transparenz vor der Veränderung

Die Materialflussanalyse bildet den Ist-Zustand oder ein geplantes Mengengerüst nachvollziehbar ab. Untersucht werden Quellen und Senken, Transportbeziehungen, Mengen, Frequenzen, Wege, Bestände, Prozesszeiten und Flächen. So werden Engpässe, unnötige Transporte, Kreuzungsverkehre, fehlende Puffer und Konflikte zwischen Produktion und Logistik sichtbar.

Je nach Fragestellung betrachten wir einzelne Bereiche, eine Produktionslinie, ein Lager oder das gesamte Werk. Das Ergebnis ist keine isolierte Grafik, sondern eine belastbare Datenbasis für Layout-, Prozess- und Technikentscheidungen.

  • Quantitativ: Mengen, Transportintensitäten, Frequenzen, Auslastungen, Bestände und Zeiten
  • Räumlich: Wege, Distanzen, Flächen, Kreuzungen, Quellen, Senken und Bereitstellorte
  • Organisatorisch: Steuerungsregeln, Prioritäten, Verantwortungen, Informations- und Auftragsfluss

Dynamik mit Materialflusssimulation absichern

Eine statische Analyse zeigt Mengenbeziehungen und strukturelle Schwachstellen. Eine Materialflusssimulation ergänzt diese Sicht, wenn zeitliche Abhängigkeiten, schwankende Lasten oder gemeinsam genutzte Ressourcen das Systemverhalten bestimmen. In einem ereignisdiskreten Modell werden Prozesse, Ressourcen und Steuerungsregeln über die Zeit abgebildet.

Damit lassen sich beispielsweise Durchsatz, Wartezeiten, Puffer, Warteschlangen, Anlagen- und Fahrzeugauslastungen sowie die Robustheit bei Störungen vergleichen. Simulation ist dabei kein Selbstzweck: Modellumfang und Detaillierung werden aus der konkreten Entscheidung abgeleitet.

  • Kapazitäts- und Engpassszenarien unter unterschiedlichen Auftragsprofilen
  • Dimensionierung von Puffern, Transportmitteln, FTS-/AMR-Flotten und Bedienressourcen
  • Vergleich von Steuerungsregeln, Schichtmodellen und Hochlaufszenarien
  • Absicherung kostenintensiver Layout- und Automatisierungsentscheidungen

Materialfluss optimieren und in Maßnahmen überführen

Die Materialflussoptimierung verbindet die Befunde aus Analyse und gegebenenfalls Simulation mit konkreten Veränderungen. Optimiert werden nicht nur Transportwege, sondern das Zusammenspiel aus Layout, Losgrößen, Beständen, Bereitstellung, Transporttechnik, Steuerung und Organisation.

Wir entwickeln Varianten und bewerten sie anhand vorab vereinbarter Kriterien wie Durchsatz, Flächenbedarf, Investition, Personalaufwand, Flexibilität, Prozessstabilität und Umsetzungsrisiko. Daraus entsteht eine Vorzugsvariante mit priorisierten Maßnahmen statt einer unverbundenen Liste von Einzelideen.

Wann reicht eine Analyse und wann ist Simulation sinnvoll?

Die Methode folgt der Entscheidung und nicht umgekehrt. Zunächst wird geklärt, ob eine statische Beziehung erklärt, ein zeitabhängiges Verhalten abgesichert oder bereits eine umsetzbare Vorzugsvariante ausgewählt werden soll.

Vom Befund zur belastbaren EntscheidungNur so viel Modellierung wie nötig – aber genug, um die Entscheidung abzusichern.
  1. 01

    Struktur verstehen

    Mengen, Relationen, Wege und Flächen werden statisch analysiert.

  2. 02

    Dynamik prüfen

    Schwankungen, Warteschlangen und geteilte Ressourcen lösen den Simulationsbedarf aus.

  3. 03

    Varianten bewerten

    Leistung, Aufwand, Robustheit und Umsetzbarkeit werden gemeinsam verglichen.

  4. 04

    Verbesserung umsetzen

    Die Vorzugsvariante wird in Maßnahmen, Verantwortungen und Messgrößen übersetzt.

Eine Simulation beginnt daher nicht mit der Software, sondern mit Zielgröße, Systemgrenze und Entscheidungskriterium. Kann die Frage bereits über Mengengerüst, Materialflussmatrix und Layout beantwortet werden, bleibt die statische Analyse der wirtschaftlichere Nachweis.

FragestellungGeeigneter AnsatzTypischer Nachweis
Welche Wege und Mengen dominieren?Statische MaterialflussanalyseFrom-to-Matrix, Sankey- oder Spaghetti-Diagramm
Wo entstehen räumliche Konflikte?Analyse mit LayoutbewertungTransportintensität, Distanz- und Flächenvergleich
Wie wirken Schwankungen und Wartezeiten?Ereignisdiskrete SimulationDurchsatz-, Puffer-, Wartezeit- und Auslastungsverteilung
Welche Fahrzeug- oder Pufferanzahl ist robust?Berechnung plus SimulationSzenarien mit Spitzenlast, Störung und Reserve
Welche Variante soll umgesetzt werden?Optimierung und VariantenbewertungGewichteter Vergleich, Wirtschaftlichkeit und Roadmap

Welche Daten für Analyse und Simulation benötigt werden

Die benötigte Datentiefe hängt von der Entscheidung ab. Zu Projektbeginn definieren wir deshalb Systemgrenze, Bezugszeitraum, Datenquellen und Qualitätsanforderungen. Fehlende Daten werden nicht durch Scheingenauigkeit ersetzt, sondern als Annahmen dokumentiert und über Sensitivitäten geprüft.

DatenbereichTypische QuellenVerwendung
Artikel, Mengen und AufträgeERP, PPS, WMS, BuchungenMaterialfamilien, Mengengerüst und Lastprofile
Prozesse und ZeitenArbeitspläne, MES, Beobachtung, InterviewsAblauf, Kapazität, Abhängigkeiten und Steuerung
Bestände und PufferWMS, Zählungen, SystemauszügeReichweite, Flächenbedarf und Entkopplung
Layout und WegeCAD, 3D-Scan, Fabrikmodell, BegehungDistanzen, Verkehrsflächen und Layoutvarianten
Ressourcen und StörungenBetriebsdaten, Schichtmodelle, ErfahrungswerteSimulation von Auslastung, Verfügbarkeit und Robustheit

Kennzahlen mit eindeutiger Messregel

Kennzahlen werden vor dem Variantenvergleich mit Einheit, Systemgrenze, Bezugszeitraum und Datenquelle definiert. Sonst können zwei scheinbar identische Werte unterschiedliche Sachverhalte beschreiben. Ein guter Kennzahlensatz verbindet Menge, Zeit, Bestand, Raum und Qualität, ohne das Projekt mit Messgrößen zu überladen.

KennzahlMessregelPlanerische Aussage
TransportintensitätMaterialmenge oder Transporte je Relation und BezugszeitraumPriorisiert starke Beziehungen und kritische Quellen-Senken-Paare
TransportaufwandTransportmenge × Entfernung in dokumentierter EinheitMacht die räumliche Wirkung einer Layoutvariante vergleichbar
Durchsatz und ServicegradGutmenge beziehungsweise termingerecht erfüllte Bedarfe je ZeitPrüft, ob Leistung und Versorgung das Zielprogramm erfüllen
Bestand und ReichweiteMittlerer beziehungsweise maximaler Bestand und VerbrauchsbezugVerbindet Kapitalbindung, Entkopplung und Flächenbedarf
Warte- und DurchlaufzeitZeit vom definierten Start- bis zum EndereignisZeigt Stau, fehlende Synchronisation und Steuerungsverluste
Auslastung und RobustheitBelegungsanteil plus Leistung unter Spitzenlast oder StörungVerhindert, dass eine rechnerisch maximale Auslastung als stabiles Optimum gilt

Die Auswahl orientiert sich am Zielsystem des Projekts. Der Glossarbeitrag zu Logistikkennzahlen nach VDI 4490 erläutert, warum Kennzahlen prozessorientiert definiert und nicht als unverbundene Dashboard-Liste verwendet werden sollten.

Methoden und Werkzeuge passend zur Entscheidung

Wir kombinieren Methoden, statt ein Werkzeug zur Standardlösung zu erklären. Zum Einsatz kommen unter anderem From-to-Matrizen, Sankey- und Spaghetti-Diagramme, Wertstrom- und Layoutanalysen, ABC-/XYZ-Segmentierung, Prozessdatenanalyse, CAD- und digitale Fabrikmodelle sowie ereignisdiskrete Simulation.

Je nach Aufgabe arbeiten wir beispielsweise mit visTABLE, Siemens Plant Simulation, CAD-Werkzeugen und matflow. Digitale Bestandsdaten können über 3D-Scanning und digitale Fabrikmodelle eingebunden werden.

Ergebnisse und Deliverables

  • Abgestimmte Systemgrenze, Datenbasis und dokumentierte Annahmen
  • Materialflussbild mit Quellen, Senken, Mengen, Wegen und Transportintensitäten
  • Engpass-, Ursachen- und Flächenanalyse mit priorisierten Handlungsfeldern
  • Bei Bedarf: validiertes Simulationsmodell mit definierten Szenarien und Kennzahlen
  • Bewertete Prozess-, Layout- und Technikvarianten
  • Vorzugsvariante mit Wirtschaftlichkeitsrahmen und Umsetzungsroadmap

Projektablauf von der Fragestellung zur Umsetzung

  1. Ziele und Systemgrenze klären: Entscheidung, Kennzahlen, Betrachtungsbereich und Szenarien werden festgelegt.
  2. Daten aufnehmen und plausibilisieren: Systemdaten, Layout, Prozesse und Beobachtungen werden in einer gemeinsamen Basis zusammengeführt.
  3. Materialfluss analysieren: Strukturen, Engpässe, Verschwendung und Ursachen werden transparent.
  4. Varianten entwickeln und absichern: Lösungen werden berechnet, bewertet und bei dynamischen Fragestellungen simuliert.
  5. Vorzugsvariante konkretisieren: Maßnahmen, Verantwortungen, Abhängigkeiten und nächste Planungsschritte werden festgelegt.

Praxisbezug: vom Materialfluss zum besseren Layout

Innerhalb eines Fabrikplanungsprojekts liefert die Materialflussbewertung die quantitative Grundlage, um Layoutvarianten nicht nur räumlich, sondern auch nach Leistung und Robustheit zu vergleichen.

Wie Arbeitspläne, Fertigungsaufträge, Bewegungsdaten und Stücklisten in eine räumliche Verbesserung überführt werden, zeigt unser Anwendungsfall zur Layoutoptimierung bei einem anonymisierten Kompressorenhersteller. Einen kompakten Methodenvergleich bietet außerdem der Lernfabrik-Beitrag Materialflussanalyse: Methoden im Überblick.

Begriffliche Grundlagen bleiben getrennt im Glossar dokumentiert: Materialflussplanung, Materialflussoptimierung und Materialflusssimulation.

Fachliche Grundlage der Materialflussanalyse

Die aktuelle VDI 2689:2019-02 strukturiert Materialflussuntersuchungen von Ziel und Abgrenzung über Aufnahme und Auswertung bis zu Lösung, Umsetzung und Wirksamkeitskontrolle. Diese Logik bildet das methodische Rückgrat unserer Analyse.

Vertiefend erläutern wir die Materialflussuntersuchung nach VDI 2689, die Materialflussmatrix, das Sankey-Diagramm und die Qualität einer Simulationsstudie nach VDI 3633.

FAQ

Häufige Fragen

Sind Materialflussanalyse, Simulation und Optimierung einzeln beauftragbar?

Materialflussanalyse, Simulation und Optimierung können einzeln oder als durchgängige Leistung beauftragt werden. Der Umfang richtet sich nach der Entscheidung, die vorbereitet werden soll. Eine Simulation ist nur sinnvoll, wenn Dynamik oder Wechselwirkungen mit statischen Methoden nicht ausreichend bewertet werden können.

Wann ist eine Materialflusssimulation erforderlich?

Typische Anlässe sind schwankende Auftragsprofile, gemeinsam genutzte Ressourcen, Puffer- und Stauwirkungen, komplexe Steuerungsregeln oder Investitionen mit hohem Fehlentscheidungsrisiko.

Welche Daten werden benötigt?

Je nach Fragestellung unter anderem Artikel, Mengen, Quellen und Senken, Arbeitspläne, Aufträge, Bestände, Wege, Transportmittel, Zeitmodelle, Schichtmodelle und Layoutdaten.

Welche Werkzeuge kommen zum Einsatz?

Je nach Aufgabe kombinieren wir Datenanalyse, Sankey- und Spaghetti-Diagramme, From-to-Matrizen, CAD- und Fabrikmodelle, visTABLE, Plant Simulation und matflow.

Eignet sich die Leistung für bestehende Werke und Neuplanungen?

Die Leistung eignet sich für bestehende Werke und Neuplanungen. Im Brownfield stehen reale Engpässe und umsetzbare Verbesserungen im Vordergrund. Im Greenfield werden zukünftige Mengen, Strukturen und Technikvarianten vor der Realisierung abgesichert.

Welche Ergebnisse erhalten Auftraggeber?

Typische Ergebnisse sind ein nachvollziehbares Materialflussbild, dokumentierte Annahmen, Engpass- und Ursachenanalysen, bewertete Szenarien, eine Vorzugsvariante sowie eine priorisierte Umsetzungsroadmap.

Kontakt

Von der Idee zur belastbaren Planung

Wir schaffen Transparenz, priorisieren Varianten und begleiten die Umsetzung.