Glossar

Sortiersystem und Sortieranlage

Ein Sortiersystem führt gemischtes Sortiergut aus einer oder mehreren Eingangslinien zu bestimmten Zielstellen. Die Leistung hängt weniger vom Sorter selbst ab als von Identifikation, Steuerung und der Gestaltung der Zielstellen.

Die Aufgabe des Sortierprozesses

VDI 3312 beschreibt die Aufgabe knapp: Der Sortierprozess transportiert das in der Reihenfolge gemischte Sortiergut aus einer oder mehreren Eingangslinien auf dem lasttragenden Element einer Sortieranlage zu bestimmten Zielstellen. Vom lasttragenden Element wird das Sortiergut dort ausgeschleust.

In dieser Definition steckt bereits die Auslegungsfrage. Ein Sortiersystem hat drei Engpasskandidaten: die Zuführung, die Ausschleusung und die Identifikation. Die Umlaufgeschwindigkeit des Sorters bestimmt die Leistung nur so lange, wie die anderen drei mithalten.

Was die Richtlinie ordnet

VDI 3312 gliedert das Feld in vier Betrachtungen:

  • Einbindung in das logistische Gesamtkonzept — der Sorter ist kein Einzelgerät, sondern ein Glied zwischen Wareneingang, Lager, Kommissionierung und Versand.
  • Klassifizierung von Sortern — eine Übersicht der Bauarten, denen nach dem Stand der Technik wesentliche Bedeutung zukommt.
  • Sortertechnologien, getrennt nach Mechanik und Steuerung. Die Trennung ist bewusst: Zwei Anlagen gleicher Mechanik verhalten sich bei unterschiedlicher Steuerung sehr verschieden.
  • Identifikationstechnologien — die Identtechniken selbst und die Größen, die die Betriebssicherheit des Systems beeinflussen.

Der letzte Punkt wird in Projekten regelmäßig unterschätzt. Ein Sortiersystem ist nur so zuverlässig wie seine Erkennung: Was nicht sicher identifiziert wird, landet in der Nachbearbeitung — und die bemisst sich nicht in Prozent, sondern in Personen.

Einordnung in die Planung

Die Auslegung eines Sortiersystems gehört in die Materialflussplanung: Aus Mengengerüst, Auftragsstruktur und Zielstellenanzahl folgt die geforderte Sortierleistung, aus ihr die Bauart. Zuführung und Abführung sind dabei mit Stetigförderern zu betrachten, die Zielstellen mit der nachgelagerten Kommissionierung oder dem Versand.

Wie die Technik im Projekt ausgewählt und dimensioniert wird, beschreibt die Leistungsseite Transporttechnik.

Sortiersystem in der Praxis: Die passenden Planungs- und Beratungsansätze bündelt unsere Leistungsübersicht.

FAQ

Häufige Fragen

Was ist die Aufgabe eines Sortiersystems?

Nach VDI 3312 transportiert der Sortierprozess das in der Reihenfolge gemischte Sortiergut aus einer oder mehreren Eingangslinien auf dem lasttragenden Element einer Sortieranlage zu bestimmten Zielstellen und schleust es dort aus.

Wovon hängt die Leistung eines Sorters ab?

Neben der Umlaufgeschwindigkeit bestimmen vor allem Zuführung, Ausschleusung und Identifikation die erreichbare Leistung. VDI 3312 behandelt Mechanik und Steuerung deshalb getrennt: Zwei Anlagen gleicher Mechanik verhalten sich bei unterschiedlicher Steuerung sehr verschieden.

Warum ist die Identifikation so wichtig?

Ein Sortiersystem ist nur so zuverlässig wie seine Erkennung. VDI 3312 führt die Identifikationstechnologien und die Einflussgrößen auf die Betriebssicherheit als eigenen Abschnitt. Sortiergut, das nicht sicher erkannt wird, geht in die manuelle Nachbearbeitung.