Glossar

Ware-zur-Person und Person-zur-Ware

Person-zur-Ware und Ware-zur-Person sind die zwei Grundprinzipien der Kommissionierung: Die Person geht zur Ware, oder die Ware kommt zum festen Arbeitsplatz.

Zwei Bereitstellprinzipien

Beim konventionellen Kommissionieren mit statischer Bereitstellung — bei manueller Entnahme klassisch „Mann zur Ware" genannt — liegen die Bereitstelleinheiten auf stationären Zugriffsplätzen; die Kommissionierer bewegen sich mit ihren Aufträgen zu den Plätzen, entnehmen die geforderten Mengen und geben die Ware an einem Auftragssammelplatz ab (Gudehus 2012, Kap. 17.2.1).

Beim stationären Kommissionieren mit dynamischer Bereitstellung — „Ware zum Mann" — findet der Greifvorgang an einem festen Kommissionierarbeitsplatz statt: Die Bereitstelleinheiten werden aus einem Bereitstelllager über Fördertechnik an den Arbeitsplatz gebracht und nach der Entnahme zurückgelagert (Gudehus 2012, Kap. 17.2.3). Heutige Sprachpraxis ersetzt „Mann" durch „Person"; gemeint sind dieselben Prinzipien.

Stärken und Grenzen

PrinzipStärkenGrenzen
Person-zur-Ware (statisch)Minimaler technischer Aufwand, einfache Organisation, kurze Auftragsdurchlaufzeiten, parallele Eil- und Einzelaufträge (Gudehus 2012)Weganteile begrenzen die Leistung; Wegoptimierung und Anordnung der Zugriffsplätze werden entscheidend
Ware-zur-Person (dynamisch)Wegefreies Kommissionieren am ergonomischen Arbeitsplatz, gute ZugriffssicherungLeistung hängt an der technischen Bereitstellleistung; höherer Technik- und Investitionsbedarf

Auswahl im Projekt

Welches Prinzip trägt, folgt aus Artikel-, Auftrags- und Leistungsprofil — nicht aus der Technik allein. Das Auswahlvorgehen beschreibt der Fachartikel Kommissioniersystem auswählen und dimensionieren; Grundlagen liefern die Beiträge Kommissionierung und Zonenkommissionierung. Ein typischer Ware-zur-Person-Baustein ist das automatische Kleinteilelager; die technische Umsetzung gehört zur Lagertechnik.

Ware-zur-Person und Person-zur-Ware in der Praxis: Die passenden Planungs- und Beratungsansätze bündelt unsere Leistungsübersicht.

FAQ

Häufige Fragen

Was bedeutet Ware-zur-Person?

Die Ware wird aus einem Bereitstelllager über Fördertechnik an einen festen Kommissionierarbeitsplatz gebracht; die Person greift ohne Wegzeiten zu, Restmengen werden zurückgelagert.

Wann lohnt sich welches Prinzip?

Person-zur-Ware punktet bei geringem Technikaufwand, breiten Sortimenten und schwankenden Aufträgen; Ware-zur-Person bei hoher Positionsleistung, kleinteiligen Artikeln und dem Bedarf an Zugriffssicherheit. Die Entscheidung folgt aus Artikel-, Auftrags- und Leistungsprofil.

Sind Mann-zur-Ware und Person-zur-Ware dasselbe?

Die Begriffe bezeichnen dasselbe Prinzip der statischen Bereitstellung; die klassische Literatur spricht von Mann zur Ware, die heutige Sprachpraxis von Person-zur-Ware.