Warum zuerst die Grenze?
Jede Materialflussuntersuchung nach VDI 2689 und jede Materialflussplanung nach VDI 2498 beginnt mit der Abgrenzung des betrachteten Systems. Ohne dokumentierte Systemgrenze sind Mengengerüste, Matrizen und Kennzahlen nicht interpretierbar: Dieselbe Fabrik liefert völlig andere Zahlen, je nachdem ob ein Bereich, ein Gebäude oder der ganze Standort betrachtet wird.
Was festgelegt wird
| Dimension | Festlegung |
|---|---|
| Räumlich | Standort, Gebäude, Bereiche und Flächen innerhalb der Betrachtung |
| Sachlich | Artikel- und Produktgruppen, Prozesse, Ladungsträger, betrachtete Flussarten (Material, Information, Personen) |
| Zeitlich | Bezugszeitraum, Schichtmodell, Saison- und Spitzenfenster |
| Organisatorisch | Schnittstellen zu Nachbarbereichen — sie werden zu Quellen und Senken der Untersuchung |
Typische Fehler
- Grenzen wechseln stillschweigend zwischen Analysen — Ergebnisse werden unvergleichbar.
- Flüsse über die Grenze werden doppelt oder gar nicht gezählt.
- Sondervorgänge bleiben unmarkiert im Durchschnitt und verzerren die Auslegung.
Die Systemgrenze gehört deshalb an den Anfang jedes Mengengerüsts und jeder Materialflussmatrix; das Vorgehen einer Untersuchung beschreibt der Fachartikel zur Materialflussuntersuchung nach VDI 2689, die planerische Nutzung die Materialflussplanung und die Dimensionierung.
Systemgrenze in der Praxis: Die passenden Planungs- und Beratungsansätze bündelt unsere Leistungsübersicht.