Glossar

Segmentierung – Definition und Anwendung in der Fabrikplanung

Die Produkte vieler Unternehmen sind durch hohe Variantenvielfalt mit geringen bis mittlere Stückzahlen gekennzeichnet. Das Ziel der Segmentierung der

Definition

Die Produkte vieler Unternehmen sind durch hohe Variantenvielfalt mit geringen bis mittlere Stückzahlen gekennzeichnet. Das Ziel der Segmentierung der Fertigung und Montage ist es die Komplexität der Variantenvielfalt zu reduzieren und in geeignete Einheiten zu strukturieren. Dies setzt eine Untersuchung der Produktbaugruppen (z.B. durch die Auflösung der Stückliste) sowie der Montage- bzw. Fertigungsfolge aus. Ein hierfür geeignetes Tool wäre der Montagevorranggraph oder der Arbeitsplan.

Segmentierung Produktion
Segmentierung einer Produktion

Welche Arten der Montage- und Fertigungssegmentierung gibt es?

Prinzipiell lassen sich durch das oben genannte Vorgehen 8 Arten der Segmentierung für Fertigung und Montage unterscheiden:

  • Herstellungsart: Anwendung bei einem großen unterschiedlichen Produktspektrum mit verschiedenen Schwerpunkten in der Herstellung
  • Kunde: Anwendung reiner Auftragsfertigung und spezifischer Kundenzuordnung mit der Voraussetzung eines konstanten Bedarfes bei jedem Kunden
  • Geometrie: Anwendung bei spezifischen Technologien die von der Bauteilgeometrie abhängig sind, z.B. Drehdurchmesser
  • Produkt: Anwendung bei völliger Trennung von Produkten und keiner gemeinsamen Nutzung von Ressourcen oder Anlagen
  • Stückzahl: Anwendung bei stark unter- schiedlichen Produktionsstückzahlen im Spektrum, von Einzelfertigung bis Massenfertigung
  • Wertschöpfung: Anwendung bei klarer Produktstruktur und einer Aufteilung von Lager- und Kundenauftragsfertigung
  • Verfahren: Anwendung bei teuren Verfahren/ Technologie und bei Zentralprozessen
  • Projekt: Anwendung in der Baustellenmontage bei unterschiedlichen Projekten

Segmentierung im Projekt richtig anwenden

Eine Segmentierung sollte Produktähnlichkeit, Prozessfolge, Betriebsmittel, Mengen und logistische Beziehungen gemeinsam betrachten, damit neue Bereiche keine zusätzlichen Schnittstellen erzeugen.

Vor der Anwendung von Segmentierung werden Ziel, Systemgrenze und gewünschte Entscheidung festgelegt. Ebenso wichtig ist die Abgrenzung zu benachbarten Methoden und Systemen: Welche Prozesse gehören zur Betrachtung, welche Schnittstellen bleiben außerhalb und welche Kennzahlen zeigen eine Verbesserung? Diese Klärung verhindert, dass ein Begriff nur als Etikett verwendet wird oder Teiloptimierungen an anderer Stelle neue Probleme erzeugen.

Eine belastbare Bearbeitung von Segmentierung verbindet Ist-Daten mit dokumentierten Annahmen. Datenquellen, Bezugszeitraum, Einheiten und Ausnahmen müssen nachvollziehbar sein. Anschließend werden Varianten oder Maßnahmen anhand einheitlicher Kriterien verglichen. Neben Leistung und Kosten gehören dazu je nach Aufgabe Fläche, Bestand, Ergonomie, Qualität, Umsetzbarkeit, Risiko und Erweiterbarkeit.

Das Ergebnis der Anwendung von Segmentierung sollte eine konkrete Entscheidung oder einen überprüfbaren nächsten Schritt unterstützen. Verantwortlichkeit, Zielwert und Prüfzeitpunkt machen sichtbar, ob die erwartete Wirkung eintritt. Für die Übertragung auf eine reale Aufgabenstellung können Sie den Begriff mit den passenden Angeboten aus Beratung, Planung, Optimierung und digitaler Bestandsaufnahme verbinden.

Segmentierung in der Praxis: Die passenden Planungs- und Beratungsansätze bündelt unsere Leistungsübersicht.