Glossar

Personalbedarf in der Kommissionierung

Der Personalbedarf folgt aus der geforderten Leistung und der effektiven Leistung je Kommissionierer — diese ergibt sich aus der Kommissionierzeit je Position, Verfügbarkeit und Auslastbarkeit.

Drei Leistungsgrößen, drei Blickwinkel

Die Arbeitsleistung eines Kommissionierers lässt sich auf verschiedene Weise messen (Gudehus 2012, Kap. 17.11):

GrößeEinheitZählt
KommissionierleistungPositionen je Stundebearbeitete Auftragszeilen
PickleistungArtikeleinheiten je Stundegegriffene und abgelegte Einheiten
SammelleistungVersandeinheiten je Stundebefüllte Versandeinheiten

Welche Größe im Einzelfall gewählt wird, ist eine Frage der Zweckmäßigkeit und der Vereinbarung. Für Leistungsvergleiche gilt eine Einschränkung: Alle drei Größen hängen empfindlich von der Auftragsstruktur, vom Kommissioniersystem, von der Kapazität der Bereitstell- und Versandeinheiten sowie von der Sortimentsbreite ab (Gudehus 2012). Werte aus einem anderen Betrieb sind deshalb selten übertragbar.

Vom Zeitbedarf zum Personalbedarf

Benötigt ein Kommissionierer für einen Auftrag mit mehreren Positionen im Mittel eine bestimmte Auftragskommissionierzeit, ergibt sich daraus die mittlere Kommissionierzeit je Position. Die effektive Kommissionierleistung folgt aus dieser Zeit, korrigiert um zwei Faktoren: die Verfügbarkeit und die Auslastbarkeit des Kommissionierers (Gudehus 2012, Gl. 17.46 f.). Der Personalbedarf ergibt sich dann aus der geforderten Leistung geteilt durch die effektive Leistung je Kommissionierer — bezogen auf das Zeitfenster, in dem die Leistung anfallen muss.

Woraus sich die Zeit zusammensetzt

Der Kommissionierprozess besteht aus Bereitstellung, Fortbewegung zum Bereitstellplatz, Entnahme, Abgabe, Zusammenführen und Beschickung mit Nachschub (Gudehus 2012, Kap. 17). Die Zeitanteile für Weg und Greifen sind damit die wesentlichen Stellhebel — sie erklären, warum Ware-zur-Person gegenüber Person-zur-Ware Wegzeiten ersetzt und warum Zonenkommissionierung die Wege je Zone verkürzt.

Mittelwert und Spitze trennen

Ein Personalbedarf aus Jahresmitteln deckt die Auftragsspitze nicht ab. Belastbar wird die Rechnung erst mit Tages- und Schichtprofilen aus dem Mengengerüst. Das Vorgehen für die Systemauslegung beschreibt der Fachartikel Kommissioniersystem auswählen und dimensionieren; die Einbettung ins Lager die Lagerplanung.

Personalbedarf in der Kommissionierung in der Praxis: Die passenden Planungs- und Beratungsansätze bündelt unsere Leistungsübersicht.

FAQ

Häufige Fragen

Wie wird der Personalbedarf in der Kommissionierung ermittelt?

Aus der geforderten Leistung geteilt durch die effektive Leistung je Kommissionierer. Diese folgt aus der mittleren Kommissionierzeit je Position, korrigiert um Verfügbarkeit und Auslastbarkeit.

Welche Leistungsgrößen werden unterschieden?

Kommissionierleistung in Positionen je Stunde, Pickleistung in Artikeleinheiten je Stunde und Sammelleistung in Versandeinheiten je Stunde. Welche passt, ist eine Frage der Zweckmäßigkeit und der Vereinbarung.

Warum sind Leistungswerte anderer Betriebe selten übertragbar?

Alle Leistungsgrößen hängen empfindlich von Auftragsstruktur, Kommissioniersystem, Kapazität der Bereitstell- und Versandeinheiten sowie Sortimentsbreite ab. Ohne vergleichbare Randbedingungen führt ein übernommener Wert in die Irre.