Glossar

Common Data Environment: gemeinsame Datenumgebung

Eine gemeinsame Datenumgebung ist die vereinbarte Umgebung für die Informationen eines Projekts oder Assets — sie sammelt, verwaltet und verbreitet jeden Informationscontainer geregelt.

Definition nach DIN EN ISO 19650-1

Die gemeinsame Datenumgebung (Common Data Environment, CDE) ist die vereinbarte Umgebung für Informationen zu einem bestimmten Projekt oder Asset, in der jeder Informationscontainer über einen verwalteten Prozess gesammelt, verwaltet und verbreitet wird (DIN EN ISO 19650-1).

Die Norm trennt dabei ausdrücklich zweierlei: Der CDE-Workflow beschreibt die zu verwendenden Prozesse, die CDE-Lösung stellt die Technologie zur Unterstützung dieser Prozesse bereit. Eine Software allein ist damit noch keine gemeinsame Datenumgebung — ohne vereinbarte Prozesse bleibt sie ein Ablageort.

in Bearbeitung Autorenteam geteilt für andere Beteiligte veröffentlicht autorisiert, verbindlich archiviert nachvollziehbar Prüfen · Bewerten · Freigeben Überprüfung · Autorisierung Der CDE-Workflow beschreibt die Prozesse, die CDE-Lösung stellt die Technologie bereit — eine Software allein ist noch keine gemeinsame Datenumgebung.
Statusmodell der gemeinsamen Datenumgebung — eigene Darstellung nach DIN EN ISO 19650-1, Abschnitt 12.

Die vier Status

Informationscontainer durchlaufen die Status in Bearbeitung, geteilt, veröffentlicht und archiviert. Zwischen ihnen liegen zwei geregelte Übergänge: Prüfen, Bewerten und Freigeben vor dem Teilen sowie Überprüfung und Autorisierung vor der Veröffentlichung (DIN EN ISO 19650-1, Abschnitt 12). Das Modell macht jederzeit erkennbar, welchen Reifegrad eine Information besitzt und wer sie verwenden darf.

Bezug zur Fabrikplanung

In Bauprojekten ist die CDE der vereinbarte Ort für Modelle, Zeichnungen und Dokumente. In der Fabrikplanung trägt dasselbe Prinzip die Zusammenarbeit zwischen Werkplanung, Bau, Technik und Betrieb — vorausgesetzt, Status und Freigabewege sind vorher vereinbart und werden nicht erst im Projektverlauf improvisiert. Methodisch grenzt die CDE an BIM, an die Digitale Fabrik und an den digitalen Zwilling; die Anforderungen an Lieferungen werden über Lastenheft und Pflichtenheft festgelegt.

Common Data Environment (CDE) in der Praxis: Die passenden Planungs- und Beratungsansätze bündelt unsere Leistungsübersicht.

FAQ

Häufige Fragen

Was ist eine gemeinsame Datenumgebung?

Die vereinbarte Umgebung für die Informationen eines Projekts oder Assets, in der jeder Informationscontainer über einen verwalteten Prozess gesammelt, verwaltet und verbreitet wird — so die Definition der DIN EN ISO 19650-1.

Welche Status durchlaufen Informationen in einer CDE?

Vier Status: in Bearbeitung, geteilt, veröffentlicht und archiviert. Dazwischen liegen die Übergänge Prüfen, Bewerten und Freigeben sowie Überprüfung und Autorisierung.

Ist eine CDE dasselbe wie ein Dokumentenmanagementsystem?

Die Norm unterscheidet zwischen dem CDE-Workflow als Prozess und der CDE-Lösung als Technologie. Ein Dokumentenmanagementsystem kann die Lösung sein; erst die vereinbarten Status und Freigabewege machen daraus eine gemeinsame Datenumgebung.