Glossar

Wertstromdesign – Der Ablauf Schritt für Schritt

Das Wertstromdesign bzw. Value Stream Design behandelt im Großen und Ganzen unternehmerische Prozessschritte.

Der Wertstrom kann z. B. der Ablauf einer Produktion oder Dienstleistung sein. Und zwar von der Beschaffung von Material, die Produktion und ihre Abläufe sowie der Lieferung zum Kunden. Für Dienstleistungen gilt dieses System der Bewertung übrigens ebenfalls.
Mit Wertstrom wird der komplette Ablauf einer Produktion oder Dienstleistung betitelt. Und zwar vom ersten Schritt bis zur endgültigen Inanspruchnahme eines Kunden. Dieser ist das detaillierte Plan der Produktion oder Dienstleistung, der hilft, unnötige Warte- oder Liegezeiten auszuschließen und erfolgreich seine Produkte oder Dienstleistungen zu erbringen. Durch den Wertstrom und dessen Analyse können Produktionsabläufe nicht nur verbessert, sondern auch total geändert werden.

Was ist eine Wertstromanalyse?

Eine Wertstromanalyse bezeichnet die Methode zur Verbesserung von Prozessabläufen in der Produktion oder Dienstleistung. Durch eine Wertstromanalyse werden unnötige Zeitabläufe oder etwaige Verluste gemindert. Diese Analyse des Wertstroms ist der erste Schritt im sogenannten Produktionsablauf und zeigt immer den Istzustand. In der Wertstrom-Analyse wird vom ersten bis zum letzten Schritt alles detailliert aufgezeigt und dadurch kann eine Optimierung, egal in welchem Bereich sie vielleicht notwendig ist, durchgeführt werden. Der Begriff kommt ursprünglich aus der Betriebswirtschaftslehre und da wiederum aus dem Bereich der Produktionsplanung und -steuerung. Die genaue Planung und Steuerung der Produktion oder Dienstleistung ist ein Grundstein, um erfolgreich ein Unternehmen zu führen.

Den Soll-Zustand gestalten: vom Lieferant bis zur Distribution

Das Wertstromdesign ist der zweite Schritt im Wertstrommanagement. Dadurch wird der Sollzustand der Produktion oder des Produktionsverfahrens bestimmt und aufgezeigt. Das Value Stream Design oder Wertstromdesign beschreibt damit, wie die Abläufe vom Einkauf des Materials, der Produktion bis hin zu Lagerung und Lieferung an den Kunden ablaufen sollte.
Ein nach diesen Aufzeichnungen fixierter Plan hält alles Notwendige fest, um unnötige Lager- oder Lieferzeiten auszuschließen. Dadurch werden Verluste ausgeschlossen und die Produktivität kann dadurch enorm verbessert werden. Zusammenfassend ist alles, was mit der Produktion oder Dienstleistung zusammenhängt, unter den obengenannten Begriffen definiert. Ein guter Plan und detailgenaue Aufzeichnungen liefern exakte Abläufe, die jederzeit überprüfbar sind. Wertstrommanagement und -Mapping sind betriebswirtschaftliche Tools, um den Wert eines Prozesses deutlich zu machen.

Wertstrom-Mapping für komplexe Abläufe

Die Wertstromanalyse informiert zusammenfassend über alle Aktivitäten eines Prozesses, die von unbedingter Notwendigkeit sind. Egal ob es sich dabei um die Entstehung eines Produktes oder das Anbieten einer Dienstleistung handelt. Das Wertstrom-Mapping bezieht auch Bereiche der Produktion oder Dienstleistungen ein, die sich im Ausland befinden oder dort durchgeführt werden. Das Value Stream Design bietet einen anschaulichen Überblick, wodurch sich ermöglicht dadurch Kostenreduzierung, Risiko- sowie Verlusteinschränkungen besser zu beobachten!

Der Kundentakt als Auslegungsgröße

Ausgangspunkt des Wertstromdesigns ist der Kundentakt: die verfügbare Betriebszeit je Periode geteilt durch den Kundenbedarf derselben Periode. Aus Fabriktagen (FT), täglicher Arbeitszeit (AZ) und Jahresstückzahl ergibt sich der Takt in Minuten oder Sekunden je Stück — die vom Markt vorgegebene Schlagzahl, an der das Kapazitätsangebot der Produktion durchgängig ausgerichtet wird (Erlach 2010, S. 47 ff.):

Kundentakt = (Fabriktage × tägliche Arbeitszeit) ÷ Jahresstückzahl

Vom Ist zum Soll: aufeinander aufbauende Gestaltungsrichtlinien

Auf der Wertstromanalyse aufsetzend entwickelt das Wertstromdesign den Soll-Zustand über aufeinander aufbauende Gestaltungsrichtlinien — darunter: Ausrichtung am Kundentakt; Zusammenfassen von Prozessen zu kontinuierlicher Fließfertigung (One Piece Flow); wo das technologisch oder organisatorisch nicht möglich ist, Verkopplung über FIFO-Bahnen; verbrauchsorientierte Kanban-Regelung für entkoppelte Abschnitte; Steuerung des gesamten Wertstroms an genau einem Schrittmacher-Prozess; Freigabe in kleinen, einheitlichen Mengen (Pitch) und Ausgleich des Produktionsmix (Erlach 2010, Kap. 3).

Ist-Wertstrom Prozesse, Bestände, Informationsflüsse, Durchlaufzeit aus der Wertstromanalyse Gestaltungsrichtlinien 1 · Ausrichtung am Kundentakt 2 · Fließfertigung (One Piece Flow) 3 · FIFO-Verkopplung 4 · Kanban-Regelung 5 · Schrittmacher-Prozess 6 · Pitch · 7 · Mix-Ausgleich KT = (FT × AZ) ÷ Jahresstückzahl Soll-Wertstrom verschwendungsarm, kurze Durchlaufzeit, klare Steuerung Basis für wertstrom- orientiertes Layout
Vom Ist- zum Soll-Wertstrom — eigene Darstellung nach Erlach (2010), Kap. 2–4.

Das Ergebnis ist ein Soll-Wertstrom mit kurzer Durchlaufzeit und klarer Steuerungslogik. Für die räumliche Umsetzung schließt eine wertstromorientierte Layoutplanung an (Erlach 2010, Kap. 4.1).

Wertstromdesign in der Praxis: Die passenden Planungs- und Beratungsansätze bündelt unsere Leistungsübersicht.

FAQ

Häufige Fragen

Worin unterscheiden sich Wertstromanalyse und Wertstromdesign?

Die Wertstromanalyse erfasst und bewertet den Ist-Zustand einer Produktion; das Wertstromdesign entwickelt daraus mit Gestaltungsrichtlinien den Soll-Zustand mit Fließfertigung, Pull-Steuerung und kurzer Durchlaufzeit.

Was ist der Kundentakt und wie wird er berechnet?

Der Kundentakt ist die verfügbare Betriebszeit geteilt durch den Kundenbedarf derselben Periode — etwa Fabriktage mal tägliche Arbeitszeit, geteilt durch die Jahresstückzahl. Er gibt vor, in welchem Rhythmus die Produktion arbeiten sollte.

Welche Rolle spielt der Schrittmacher-Prozess?

Der Wertstrom wird an genau einem, eindeutig festgelegten Prozess im Kundentakt gesteuert; alle vorgelagerten Prozesse folgen über FIFO- oder Kanban-Kopplung. Das vermeidet konkurrierende Steuerungsimpulse.

Wann wird FIFO statt Fließfertigung eingesetzt?

FIFO-Bahnen verkoppeln Prozesse, die sich aus technologischen oder organisatorischen Gründen nicht zu einer Fließfertigung zusammenfassen lassen — die Reihenfolge bleibt erhalten, der Bestand ist begrenzt.