Materialflussoptimierung im Bestand
Materialflussoptimierung verbessert ein vorhandenes System auf Basis messbarer Wege, Mengen, Frequenzen, Zeiten und Kosten. Wenn ein neues Gesamtsystem oder eine grundlegende Strukturänderung entworfen wird, ist die Materialflussplanung der umfassendere Begriff.
Auf der gemeinsamen Leistungsseite erfahren Sie, wie Bross Consulting aus der Analyse über einen optionalen Simulationsschritt im Projekt zu bewerteten Optimierungsmaßnahmen gelangt.
Durch Techniken wie Lean Manufacturing, Just-in-Time-Lieferung und automatisierte Sortierung kann die Materialflussoptimierung Verschwendung reduzieren. Dies führt zu einer Steigerung der Produktivität und letztendlich zu einer verbesserten Rentabilität eines Unternehmens.
Es ist ein Schlüsselkonzept in Bereichen wie Logistik, Supply Chain Management und Industrie 4.0. Die Verbesserung des Materialflusses kann die Umweltbelastung reduzieren. Dies geschieht durch weniger Energieverbrauch und weniger Freisetzung von Schadstoffen während der Herstellung von Produkten.
Ablauf einer Materialflussoptimierung
Am Beginn steht die Zieldefinition. Welche Zielgrößen gilt es zu untersuchen, welche Anforderungen an die Visualisierung werden gestellt?
Dann wird die Datenbasis erhoben und aus den Systemabläufen der Ist-Zustand ermittelt. Dafür werden Daten aus dem ERP-System und unternehmenseigenen Trackingsystemen verwendet. Auch Arbeitspläne und Befragungen der Mitarbeiter spielen eine Rolle, um wirklich ein umfassendes Bild zu erhalten. Eine Materialflussoptimierung Software wie zum Beispiel visTABLE oder Plant Simulation kann nur dann gute Ergebnisse liefern, wenn die eingegebenen Daten hohe Qualität haben.
Darauf folgt die Datenauswertung, wo die Materialflussoptimierung-Software erst richtig zur Geltung kommt. Mit ihr werden die Kosten des Materialfluss ermitteln. Die Ergebnisse werden am Schluss grafisch dargestellt.
Warum ist eine Materialflussoptimierung in der Logistik geradezu notwendig?
Nicht völlig optimierte Prozesse bedeuten nichts anderes als Verschwendung von Ressourcen. Eine Materialflussoptimierung kann also direkt Kosten senken und die Notwendigkeit ist somit bei vielen Projekten gegeben. Diese niedrigeren Kosten sind ein Wettbewerbsvorteil für das Unternehmen. Wird diese Optimierung von einem Unternehmen nicht vorgenommen, wenden Konkurrenten dieses Verfahren an und kommen ihrerseits an diesen Vorteil.
Was der Materialfluss kostet — VDI 3330
Optimieren setzt voraus, dass die Ausgangslage eine Zahl hat. VDI 3330 „Kosten des Materialflusses“ (Ausgabe 2007-06) gibt dafür die Anleitung — und zieht zuerst eine Grenze: Als innerbetrieblich gelten alle Materialbewegungen, die zwischen Wareneingang und Versand des Betriebes stattfinden, unabhängig von der Anzahl seiner Betriebsstätten. Damit ist die Systemgrenze der Rechnung festgelegt, bevor die erste Kostenart erhoben wird.
Für die Zurechnung kennt die Richtlinie zwei Wege, die zu unterschiedlichen Aussagen führen:
- faktorkostenorientiert — bezogen auf die Einsatzfaktoren Material, Personal, Kapital sowie Sach- und Dienstleistungen; das Ergebnis steht typischerweise in EUR je Stück.
- prozesskostenorientiert — bezogen auf die Abläufe Entwickeln, Beschaffen, Produzieren, Vertreiben; das Ergebnis steht typischerweise in EUR je Ladeeinheit.
Welcher Weg passt, entscheidet die Frage, nicht die Datenlage. Die prozessorientierte Rechnung im Detail behandelt die Prozesskostenanalyse nach VDI 4405 Blatt 1.
Die fünf Analyseschritte
VDI 3330 gliedert das Vorgehen in fünf Schritte: die Basis definieren — also die Bezugsgröße festlegen, an der gemessen wird, etwa Materialflusskosten in Prozent der Herstellkosten; die zurechenbaren Kosten strukturieren; die Kosten je Kostenart bei Normalauslastung ermitteln; das Ergebnis absolut und relativ zur Basis darstellen, bei Bedarf über dem Auslastungsgrad oder als Zeitreihe; und die Ergebnisse als Planungs- und Entscheidungshilfe verwenden.
Der dritte Schritt trägt die Belastbarkeit der ganzen Rechnung. „Bei Normalauslastung“ heißt: Zahlen aus einer Spitzen- oder Schwachlastwoche verzerren das Ergebnis in beide Richtungen.
Wo die Richtlinie selbst zur Vorsicht rät
Zwei Einschränkungen benennt VDI 3330 offen. Erstens kann die Forderung nach einem eindeutig abgegrenzten Kostenträger in der Praxis erhebliche Schwierigkeiten bereiten — und zwar umso mehr, je komplexer der Untersuchungsgegenstand ist. Als Beispiele nennt sie Erzeugnisse, die bei auftragsgesteuertem Produktmix über dieselbe Prozessstrecke laufen, und Prozessstrecken, die gleichzeitig verschiedene Teile und Baugruppen bedienen.
Zweitens hält sie fest, dass Kostenanalysen des Materialflusses in der Regel einen zusätzlichen Aufwand darstellen. Beides spricht nicht gegen die Rechnung — es spricht dagegen, sie feiner zu machen, als die Entscheidung es verlangt.
Quelle
VDI 3330 „Kosten des Materialflusses“, Ausgabe 2007-06, VDI-Handbuch Materialfluss und Fördertechnik Band 8; die Richtlinie steht in Verbindung mit VDI 3300 „Materialfluss-Untersuchungen“. Ausgabestand am 05.09.2026 in der VDI-Richtlinienliste bestätigt.
Materialflussoptimierung im Projekt richtig anwenden
Materialflussoptimierung beginnt mit messbaren Quellen, Senken, Mengen, Frequenzen, Wegen und Restriktionen, damit Maßnahmen nicht nur lokal, sondern im Gesamtsystem wirken.
Vor der Anwendung von Materialflussoptimierung werden Ziel, Systemgrenze und gewünschte Entscheidung festgelegt. Ebenso wichtig ist die Abgrenzung zu benachbarten Methoden und Systemen: Welche Prozesse gehören zur Betrachtung, welche Schnittstellen bleiben außerhalb und welche Kennzahlen zeigen eine Verbesserung? Diese Klärung verhindert, dass ein Begriff nur als Etikett verwendet wird oder Teiloptimierungen an anderer Stelle neue Probleme erzeugen.
Eine belastbare Bearbeitung von Materialflussoptimierung verbindet Ist-Daten mit dokumentierten Annahmen. Datenquellen, Bezugszeitraum, Einheiten und Ausnahmen müssen nachvollziehbar sein. Anschließend werden Varianten oder Maßnahmen anhand einheitlicher Kriterien verglichen. Neben Leistung und Kosten gehören dazu je nach Aufgabe Fläche, Bestand, Ergonomie, Qualität, Umsetzbarkeit, Risiko und Erweiterbarkeit.
Das Ergebnis der Anwendung von Materialflussoptimierung sollte eine konkrete Entscheidung oder einen überprüfbaren nächsten Schritt unterstützen. Verantwortlichkeit, Zielwert und Prüfzeitpunkt machen sichtbar, ob die erwartete Wirkung eintritt. Für die Übertragung auf eine reale Aufgabenstellung lässt sich der Begriff mit den passenden Angeboten aus Beratung, Planung, Optimierung und digitaler Bestandsaufnahme verbinden.
Materialflussoptimierung in der Praxis: Die passenden Planungs- und Beratungsansätze bündelt unsere Leistungsübersicht.