Ein Flurförderzeug ist ein Fördermittel, das Lasten auf ebenem Boden frei verfahrbar aufnimmt, hebt und absetzt. Zu den Flurförderzeugen zählen Gabelstapler, Hubwagen, Schlepper, Kommissioniergeräte und fahrerlose Transportfahrzeuge. Die Abgrenzung zur Stetigfördertechnik ergibt sich aus dem freien Fahrweg: Flurförderzeuge sind nicht an eine feste Förderstrecke gebunden, sondern folgen wechselnden Transportrelationen.
Bei Flurförderzeugen, kurz FFZ, handelt es sich per Definition um Transporthilfsmittel wie einen Gabelstapler. Sie transportieren Produkte und Güter innerhalb der Logistik und sorgen dafür, dass Aufträge zügig bearbeitet werden können. Ein Teil dieser Abläufe erfolgt heute automatisiert.
Flurförderzeug – Hubwagen, Gabelstapler und weitere
Ein Flurförderzeug kann etwa ein Hubwagen oder ein Gabelstapler sein. Die automatisierte Variante sind fahrerlose Transportsysteme. Ob Hubwagen, Gabelstapler oder FTS — die Geräte übernehmen dieselbe Grundaufgabe: Lasten aufnehmen, befördern und absetzen. Welches Gerät geeignet ist, richtet sich nach der Transportaufgabe. Die methodischen Grundlagen beschreibt der Glossareintrag zur Logistikplanung.
Definition nach VDI 3586
Flurförderzeuge sind Fördermittel des innerbetrieblichen Transports, die auf dem Boden fahren und nicht schienengebunden sind. Je nach Bauart befördern, ziehen, schieben, heben oder stapeln sie Lasten oder lagern sie in Regale ein. Bedient werden sie von Mitgängern oder aufsitzenden bzw. stehenden Fahrern — oder sie fahren fahrerlos (VDI 3586:2007-11, Abschnitt 2). Nicht zu den Flurförderzeugen zählen unter anderem Regalbediengeräte, Fahrzeugkrane, Hebebühnen und Baumaschinen.
Systematik: vier Benennungsbausteine
VDI 3586 benennt jedes Gerät über vier Bausteine: Fahrantrieb (Hand, Benzin, Diesel, Treibgas, Elektro-Batterie, Netz, Hybrid), Bedienung (mitgängergeführt, Fahrerstand, Fahrersitz, hebbarer Fahrerplatz, fahrerlos), Bauform sowie — falls vorhanden — die Art der Leitlinienführung (mechanisch, optisch, induktiv, per Transponder oder Satellitennavigation). Daraus entstehen die in Typenblättern nach VDI 2198 üblichen Kurzzeichen: HGU steht für den Hand-Gabelhubwagen, EGU für den Elektro-Geh-Gabelhubwagen, EFG für den Elektro-Gegengewichtsstapler mit Fahrersitz, EFM für den Schubmaststapler, EKK für den Vertikalkommissionierer.
Bauformen im Überblick
- Ohne Hubeinrichtung: Schlepper und Wagen für den reinen Horizontaltransport, etwa in Routenzügen.
- Mit niedrigem Hub: Hub- und Gabelhubwagen heben die Last nur so weit, wie es der Transport erfordert (Richtwerte der VDI 3586: Hubhöhe um 125 mm, Tragfähigkeit bis etwa 3 t).
- Stapelnde Geräte: Hochhubwagen und Gabelhochhubwagen arbeiten innerhalb der Radbasis (bis etwa 4 m Hub), Gegengewichtsstapler nehmen die Last freitragend vor den Vorderrädern auf (elektrisch bis etwa 7 m; Diesel- und Treibgasgeräte für den Außeneinsatz und große Traglasten), Schubmaststapler verschieben das Hubgerüst in Fahrtrichtung und verbinden Wendigkeit mit Hubhöhen bis etwa 12 m. In Schmalgängen arbeiten Schmalgang- und Dreiseitenstapler, häufig leitliniengeführt; Vierwege- und Mehrwegestapler übernehmen Langgut. Horizontal- und Vertikalkommissionierer sind auf die Kommissionierung einzelner Artikel ausgelegt. Das Einzelgerät Gabelstapler beschreibt der Beitrag Gabelstapler.
Alle Bauformen sind nach VDI 3586 auch fahrerlos ausführbar. Damit sind fahrerlose Transportsysteme keine eigene Gerätekategorie, sondern die automatisierte Ausprägung der jeweiligen Bauform — die Systementscheidung zwischen Stapler, Routenzug und FTS behandelt VDI 2710 Blatt 1; eine Entscheidungshilfe gibt der Fachartikel Fördertechnik: FTS oder Stapler.
Auswahl und Beschaffung
Für die Beschaffung strukturiert VDI 3589 die Entscheidung über einen gewichteten Kriterienkatalog — von Antrieb, Tragfähigkeit und Lastschwerpunkt über Achslasten und Bereifung bis zum Lastenheft. In der Planungspraxis stehen davor zwei Fragen: Welche Transportaufgaben (Lasten, Wege, Frequenzen, Hubhöhen) sind zu erfüllen, und welche Restriktionen setzen Boden, Gangbreiten, Tore und Brandschutz? Die Auswahl der Lagertechnik und der Fördermittel gehört deshalb in ein gemeinsames Konzept.
Flurförderzeug in der Praxis: Die passenden Planungs- und Beratungsansätze bündelt unsere Leistungsübersicht.