Glossar

Experimentplan in der Simulation

Ein Experimentplan legt vor den Simulationsläufen fest, welche Parameterkonstellationen mit welchen Replikationen untersucht werden — Fragen sollen mit möglichst wenig Aufwand beantwortet werden.

Zweck: systematisch statt pfadgetrieben

Ein Experimentplan dokumentiert vor der Durchführung, welche Simulationsexperimente eine Studie beantworten sollen. Er ist so zu gestalten, dass die an die Simulation gestellten Fragen mit möglichst wenig Aufwand beantwortet werden. Ohne definierten Plan besteht das Risiko, dass sich der Anwender von Experiment zu Experiment führen lässt und relevante Parameterkonstellationen nie betrachtet werden, weil sie nicht auf seinem Suchpfad liegen (Rabe/Spieckermann/Wenzel 2008, im Rahmen der VDI 3633).

Was ein Experimentplan enthält

  • Untersuchungsfragen und Zielgrößen aus der Aufgabenspezifikation,
  • Faktoren und ihre Stufen — die zu untersuchenden Parametersätze,
  • Anzahl unabhängiger Simulationsläufe je Parametersatz und den Simulationszeitraum,
  • die Behandlung der Einschwingphase,
  • die geplante Auswertung und Ergebnisdarstellung, etwa Kennzahlen je Variante oder Flussdarstellungen.

Dokumentation und Nachvollziehbarkeit

Plan und Abweichungen werden festgehalten: Nachvollziehbare Experimente sind Teil der Verifikation und Validierung. Ob Unterschiede zwischen Varianten belastbar sind, prüft das Konfidenzintervall; den Gesamtrahmen beschreibt die Simulationsstudie und der Fachartikel zur Simulationsstudie nach VDI 3633.

Experimentplan in der Simulation in der Praxis: Die passenden Planungs- und Beratungsansätze bündelt unsere Leistungsübersicht.

FAQ

Häufige Fragen

Warum braucht eine Simulationsstudie einen Experimentplan?

Ohne Plan werden Experimente pfadgetrieben gefahren, und relevante Parameterkonstellationen bleiben unbetrachtet. Der Plan stellt sicher, dass die Studienfragen systematisch und mit möglichst wenig Aufwand beantwortet werden.

Was steht in einem Experimentplan?

Untersuchungsfragen und Zielgrößen, die Parametersätze aus Faktoren und Stufen, Anzahl unabhängiger Läufe und Simulationszeitraum, die Behandlung der Einschwingphase sowie die geplante Auswertung.

Wie viele Simulationsläufe je Variante sind nötig?

Eine Pauschalzahl gibt es nicht: Die Anzahl folgt aus der Streuung der Ausgabegrößen und der geforderten Aussagegüte — geprüft über Konfidenzintervalle und im Plan dokumentiert.