Glossar

Spaghetti-Diagramm (Wegediagramm)

Ein Spaghetti-Diagramm zeichnet die tatsächlichen Wege von Personen, Material oder Geräten in ein Layout und macht Umwege und Suchbewegungen sichtbar.

Was zeigt ein Spaghetti-Diagramm?

Ein Spaghetti-Diagramm — auch Wegediagramm genannt — hält die tatsächlich gelaufenen oder gefahrenen Wege in einem maßstäblichen Layout fest: Jede beobachtete Bewegung wird als Linie nachgezogen. Der Name stammt vom Linienknäuel, das bei unaufgeräumten Abläufen entsteht. Typische Einsatzfelder sind Kommissionierwege im Lager, Montage- und Rüstabläufe am Arbeitsplatz sowie Lauf- und Suchwege in indirekten Bereichen.

So entsteht die Aufnahme

  1. Beobachtungszeitraum, Person oder Objekt und Layoutgrundlage festlegen.
  2. Repräsentative Aufträge oder Vorgänge auswählen — keine Ausnahmesituationen.
  3. Jeden Weg als durchgehende Linie in das Layout einzeichnen, auf Papier oder digital.
  4. Häufig wiederkehrende Wege durch mehrfaches Nachziehen oder dickere Linien kenntlich machen.
  5. Start- und Endpunkte, Unterbrechungen und Suchschleifen markieren.

Auswertung: Was die Linien verraten

Dichte Linienbündel zeigen die Hauptbeziehungen — Kandidaten für kurze Wege und direkte Anordnung. Kreuzungen und Rückläufe deuten auf eine ungünstige Reihenfolge oder fehlende Ordnung, lange Einzelwege auf falsch platzierte Bereitstellung oder Ausrüstung. Für die Quantifizierung wird je Beziehung Wegstrecke mal Häufigkeit gerechnet; so lassen sich Varianten vor und nach einer Umstellung vergleichen.

Das Spaghetti-Diagramm zeigt einzelne Beobachtungen. Für verdichtete Beziehungsmengen ergänzt die Materialflussmatrix, für proportionale Mengenflüsse das Sankey-Diagramm.

Grenzen der Methode

Die Aufnahme ist eine Momentaufnahme des beobachteten Zeitraums: Sie belegt weder Auslastung noch Wartezeiten und kann seltene, aber kritische Wege verfehlen. Bei komplexen Wechselwirkungen zwischen Ressourcen hilft eine Simulationsstudie weiter. Als schnelles Diagnosewerkzeug vor einer Layoutplanung oder der Neuordnung der Kommissionierung ist das Diagramm durch wenig Aufwand und hohe Anschaulichkeit kaum zu schlagen; eingebettet ist es in die Materialflussanalyse.

Vorher: aufgenommene Wege WE Lager Montage Versand Nachher: entflochtene Wege WE Lager Montage Versand kurze, kreuzungsarme Hauptwege Bündel, Kreuzungen, Rückläufe sichtbar
Spaghetti-Diagramm vor und nach der Umstellung — eigene Darstellung.

Spaghetti-Diagramm in der Praxis: Die passenden Planungs- und Beratungsansätze bündelt unsere Leistungsübersicht.

FAQ

Häufige Fragen

Wofür wird ein Spaghetti-Diagramm eingesetzt?

Das Diagramm macht tatsächliche Lauf- und Fahrwege sichtbar — etwa in Kommissionierung, Montage oder indirekten Bereichen — und deckt Umwege, Kreuzungen und Suchbewegungen als Ansatzpunkte für kürzere Wege auf.

Worin unterscheidet es sich von der Materialflussmatrix?

Das Spaghetti-Diagramm zeichnet einzelne beobachtete Wege in ein Layout; die Materialflussmatrix verdichtet Beziehungen zwischen Quellen und Senken zu Mengen je Zeitraum. Beide ergänzen sich.

Reicht ein Spaghetti-Diagramm für eine Layoutentscheidung?

Als schnelle Diagnose ist es stark; für Entscheidungen werden Mengen, Distanzen und Restriktionen ergänzt — etwa über Materialflussmatrix, Transportaufwandsrechnung und die Stufen der Layoutplanung.