Auf den Punkt
Ein Intralogistik-Zielbild beschreibt, wie Material und Informationen vom Lieferanten über Lager und Produktion bis zum Kunden fließen sollen. Die Erarbeitung folgt einem Vorgehensmodell: Ist-Aufnahme und Mengengerüst, Zieldefinition, Variantenbildung, bewertete Vorzugsvariante und Umsetzungsroadmap. Sieben Bausteine — Netzwerk, Standorte, Prozesse, Technik, Organisation, IT und Wirtschaftlichkeit — strukturieren dabei den Entwurf.
Sieben Bausteine eines Intralogistik-Zielbilds
- Netzwerk: Lieferanten, Werke, Lager und Kunden.
- Standorte: Kapazitäten, Rollen und Versorgungsgebiete.
- Prozesse: Beschaffung, Lagerung, Versorgung, Distribution und Retouren.
- Technik: Lager-, Transport-, Bereitstellungs- und Automatisierungstechnik.
- Organisation: Rollen, Schichten, Verantwortlichkeiten und Eskalation.
- IT: Stammdaten, Planung, Steuerung, Rückmeldung und Schnittstellen.
- Wirtschaftlichkeit: Investition, Betrieb, Personal, Fläche und Risiko.
Von der Ist-Aufnahme zum Zielkonzept
Die Ist-Aufnahme klärt Systemgrenzen, Mengen, Serviceversprechen und Schwachstellen. Danach werden Ziele und Szenarien festgelegt. Prozess- und Technikvarianten entstehen nicht getrennt, sondern iterativ. Eine Vorzugsvariante wird erst gewählt, wenn Leistung, Fläche, Organisation und Wirtschaftlichkeit gemeinsam plausibel sind.
Fünf häufige Fehler
- Technik vor Prozess und Anforderungen auswählen
- Schnittstellen zwischen Produktion, Lager, Einkauf und IT unterschätzen
- Nur Durchschnittswerte statt Peaks und Saisonalität planen
- Wachstum benennen, aber nicht in Flächen und Kapazitäten übersetzen
- Zielkonzept erstellen, ohne Migration und Betriebsübergang zu planen
Muster-Inhaltsverzeichnis
- Ausgangslage, Zielbild und Systemgrenze
- Mengengerüst und Szenarien
- Ist-Prozesse und Schwachstellen
- Soll-Prozesse und Materialfluss
- Technik- und Layoutvarianten
- Organisation, Personal und IT
- Wirtschaftlichkeit und Risiken
- Vorzugsvariante und Umsetzungsroadmap
Entscheidungen nachvollziehbar machen
Jede wesentliche Festlegung sollte Ziel, Annahme, Variante und Entscheidung dokumentieren. Eine einfache Bewertungsmatrix trennt Muss-Kriterien von gewichteten Zielen. Sensitivitäten zeigen, ob die Vorzugsvariante auch bei einem zweiten Mengenszenario stabil bleibt.
Mehr dazu in unserer Beratung für Logistik-Zielsysteme, in der Materialflussanalyse und im Artikel Lagerplanung in sechs Schritten.